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grafenwöhr ist eine oberpfälzer landkreis neustadt an der waldnaab.



Quelle: WikiPedia

Heiratsschwindel

Man kann nicht genug davor warnen: Heiratsschwindel im Internet. Die moderne Vernetzung der Welt macht es Betrügern auch aus größter räumlicher Distanz immer leichter, sich ihr Opfer zu suchen. Die neueste Masche: Heiratsschwindel im Internet. Eine Gruppe afrikanischer Betrüger hat sich auf diese lukrative neue Methode spezialisiert.

Nachdem es der Nigeria Connection immer schwerer fällt, gutgläubige Opfer zu finden, die auf den inzwischen alten Trick mit dem Millionenvermögen, das man gegen Zahlung einiger Gebühren aus dem korrupten Land schleusen könne, hereinfallen, hat man sich eine neue Zielgruppe gesucht: Alleinstehende Frauen in der westlichen Welt.

Heiratsschwindler Ghana


Wie funktioniert der Trick mit dem Heiratsschwindel? Er ist recht simpel - der Betrüger sucht im Internet auf unterschiedlichsten Seiten, angefangen bei Partnerbörsen, Freizeitbörsen oder auch Seiten, auf denen man sich registrieren kann, wenn man andere Leute nur kennt, nach alleinstehenden Frauen mittleren oder fortgeschrittenen Alters und schreibt diese an. Die Betrüger sprechen meist nur Englisch, doch die meisten Opfer können wenigstens etwas Englisch. Schon nach kurzer Zeit wird von großer Liebe und gemeinsamer Zukunft gesprochen. Es werden tolle Fotos per E-Mail geschickt und die Geschichten der Betrüger sind ausgefeilt. Man schreibt sich und chattet stundenlang. Die Opfer glauben den Geschichten ohne jeglichen Zweifel oder Argwohn. Irgendwann kommt eine Notsituation, die der Betrüger erfunden hat. Aus dieser kann er nur herauskommen, wenn er etwas Geld bekommt. Geld per Internet. Und schon ist es um das Opfer geschehen und das Geld wird meist per Western Union ins ferne Ausland geschickt, nach Londo oder nach Ghana. Wer einmal gezahlt hat, der wird oft weiter bearbeitet, damit weitere Gelder fließen. Der finanzielle Schaden kann enorm sein, der emotionale Schaden ist aber um ein vielfaches größer.

Zunächst hatten die afrikanischen Heiratsschwindler ihre Masche nur in englischsprachigen Ländern an die Frau gebracht, wie in den USA, Kanada, England usw. Inzwischen wird aber mit großer Manpower die ganze westliche Welt abgegrast, gerne Deutschland, Österreich und die Schweiz, weil die Menschen dort in geordneten sozialen Umständen leben und täglich fallen neue Frauen auf die Heiratsschwindler aus Ghana oder Nigeria herein.

Dass Frauen darauf immer noch in die Falle gehen, hängt oft mit dem mangelnden Wissenstand über diese Masche zusammen. Bekannt wurde in der Öffentlichkeit das Beispiel eines Nigerianers, der mit eben diesem Heiratsschwindel Trick eine Australierin um viel Geld brachte. Insgesamt erschwindelte der Betrüger sich umgerechnet etwa 36.000 Euro. Ungewöhnlich an diesem Fall ist, dass der Heiratsschwindler ausnahmsweise identifiziert werden konnte und von der nigerianischen Justiz zu 19 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. Der wohl auch zur Nigeria-Connection zugehörige Mann lernte die Australierin im Internet kennen. In  einem Chatroom gab er sich als der britische Ingenieur Benson Lawson aus und machte der Frau nach langen Gesprächen am Computer schließlich einen Heiratsantrag. Das 56-Jährige Opfer überwies insgesamt umgerechnet 36.000 Euro an den Heiratsschwindler.

In einfühlsamen Chats gewann der Schwindler das Herz der einsamen Frau. Der real nicht existente Lawson war angeblich Witwer, 57 Jahre alt und arbeitete für einen internationalen Konzern in Nigeria. Einige Wochen nach dem Heiratsantrag rief der Betrüger  bei seinem Opfer an und gab sich als Arzt aus. Dieser vorgebliche Arzt berichtete, ihr "Verlobter" liege  nach einem schweren Autounfall im Krankenhaus und habe nun  kein Geld für die medizinische Versorgung. Die Frau zahlte unverzüglich den geforderten Geldbetrag, um dem Verunglückten zu helfen. 14 Tage später  rief der Heiratsschwindler erneut bei seinem Opfer an, wobei er sich bei diesem Anruf als der verunglückte Ingenieur Lawson ausgab. Er bedankte sich überschwänglich und höflich für die Hilfe und  kündigte seine Reise zur angeblichen Hochzeit nach Australien an. Allerdings habe er gerade kein Geld für den Flug flüssig und ließ sich daher den Betrag für die Reise auch vorstrecken. Unnötig zu sagen, dass er nie erschienen ist. Der 57jährige  Ingenieur war in Wirklichkeit ein 29jähriger verheirateter Student, der mehrere Kinder hatte und mit der Masche schnell und einfach Geld erschleichen wollte. Dass er von der Justiz überführt werden konnte, lag wohl nur daran, dass die Masche noch neu war und die Heiratsschwindler sie noch nicht sicher genug ausgearbeitet hatten. Heute ist es nahezu unmöglich, die Betrüger zu identifizieren, denn sie arbeiten mit nicht registrierten Prepaid Telefonkarten meist aus London und lassen sich das Geld per Western Union in bar nach Afrika schicken.

Wir haben inzwischen eine Vielzahl von Anrufen von Opfern aus ganz Deutschland und auch Österreich bekommen, die im Internet auf Heiratsschwindler der beschriebenen Masche gestoßen sind. Die meisten Frauen konnten wir vor Schlimmerem bewahren. Leider gab es aber auch solche, die zu spät bei unserer Detektei angerufen haben. Ist das Geld transferiert, dann ist in der Regel nichts mehr zu machen. Wenn wir in Fällen von Heiratsschwindel ermittelt haben, stellte sich immer heraus, das schwarzafrikanische Gruppierungen hinter den Chats standen, die die Opfer oft im Team bearbeitet haben. Merken Sie sich unbedingt: Nie Geld nach Ghana per Western Union schicken, wenn Sie die Person nicht schon lange persönlich und real, also nicht nur per Internet, kennen.

Haben auch Sie ähnliche Erfahrungen gemacht? Schreiben Sie uns eine E-Mail über Ihre Geschichte inklusive der Daten des Opfers. Wir können die Geschichte ohne Nennung Ihres Namens veröffentlichen, um andere Frauen vor weiteren Schäden zu bewahren. Gerne können Sie sich auch von einem Privatdetektiv zum Thema Heiratsschwindel beraten lassen. Sie erreichen einen Detektiv unter 0800-DETEKTIV, wobei Sie das Wort Detektiv einfach auf der Tastatur Ihres Telefons eingeben, als würden Sie eine SMS schreiben. In Zahlen: 0800 - 33 83 584. Weitere Informationen zu dem Thema erfahren Sie zum Beispiel auf der Unterseite Heiratsschwindler erkennen.

Urteil: Beauftragung von Detektiven sachgerecht

Hat eine Versicherung den Verdacht, dass man sie  hintergehen will, so kann sie ein Detektivbüro zur Aufklärung einschalten. Wird durch die Ermittlungen der Verdacht erhärtet und bestätigt, dann muss der Versicherungsbetrüger der Versicherung die Detektivkosten ersetzen.


Im Mittelpunkt des Falles stand der Betreiber eines Reisebüros. Das Reisebüro hatte die Berechtigung, im Rahmen des üblichen Geschäftsbetriebes Versicherungen zum Reiserücktritt an die Kunden zu vermitteln.  2006  wurde dann die Stornierung einer Reise bei der Versicherung, mit der das Reisebüro in Geschäftsbeziehung stand, gemeldet. Dabei wurden Stornierungskosten in Höhe von 3407 Euro angemeldet. Der Haken: Die Reise war nie gebucht worden.


Aufgrund von Ungereimtheiten in der eingereichten Schadenanzeige wurde bei dem Reisebüro nachgefragt. Dort konnten diese Ungereimtheiten allerdings auch nicht schlüssig erklärt werden. Daher wurde durch die Versicherung ein Detektivbüro eingeschaltet, um der Sache auf den Grund zu gehen.


Die Ermittlungen der Detektei erbrachten erstaunliche Ergebnisse. Einerseits gab es den Reiseveranstalter gar nicht. Bei dem Reiseveranstalter handelte es sich um einen Betrieb, der früher dem Vater der Versicherungsnehmerin zugehörig, allerdings längst abgemeldet war. Eine Reisebuchung in den vorgeblich gebuchten Hotels war gleichfalls nicht vorhanden. Hinzu kam, dass der Gatte der vorgeblichen Reisekundin, der laut Buchung mitreisen sollte,  zur fraglichen Reisezeit gar keinen Urlaub gehabt hätte. Daraufhin wurde durch die Versicherung eine Strafanzeige erstattete, aufgrund derer die Inhaberin des Reisebüros rechtskräftig wegen versuchten Betruges verurteilt wurde.


Die Betrügerin weigerte sich dann aber, die Kosten für die Detektivarbeit zu erstatten. Diese Kosten seien nämlich gar nicht nötig gewesen denn es hätte genügt, die Regulierung des "Schadens" einfach abzulehnen. Darüber hinaus hätte eine Strafanzeige genügt, denn dann wären die Behörden aktiv geworden und hätten kostenfrei für die Versicherung ermittelt. Die betrogene Versicherung habe sich aber angemaßt, selbst Ermittlungsarbeit leisten zu wollen und müsse daher auch die Kosten dafür tragen.


Das Amtsgericht München gab der Versicherung unumwunden Recht: Dass jemand, den man betrügen wolle, sich darum kümmern dürfe, den Betrug abzuwehren, verstehe sich von selbst heißt es im Urteil des Gerichts. Die wirtschaftlichen Interessen des Betrügers muss das Opfer nicht berücksichtigen. Das Betrugsopfer ist berechtigt, alle Aufwendungen vorzunehmen, die es zur Abwehr des Betruges für erforderlich hält. Die Beauftragung einer Detektei sei bei dem Verdacht auf Versicherungsbetrug immer sachgerecht. Die Detektivrechnung ist daher in voller Höhe von der Betrügerin zu erstatten.


Amtsgericht München, Urteil vom 24.3.2009 , Aktenzeichen 155 C 29902/08


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