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runkel ist eine stadt im landkreis limburg-weilburg in hessen (deutschland).



Quelle: WikiPedia

Fallstudie: Sex im Hochhaus

Zunächst war es nur ein Gerücht, dass in einem Hochhaus eine Liebesdienerin ihrer Beschäftigung nachgehen sollte. Die Hausverwaltung wusste ebenfalls davon, jedoch hatte man keine näheren Beweise gegen irgendeinen der vielen Single-Bewohnerinnen im Haus und ging der Sache zunächst weiter nach. Hartnäckig jedoch verdichteten sich die Hinweise, so dass Detektive eingeschaltet wurden, zumal eine Anzeige gegen Unbekannt von Hausbewohnern gestellt worden war.


Die Ermittler hatten keine explizite Angaben, nur Hinweise auf eine bestimmte Etage. Der Verdacht richtete sich auf insgesamt zwei Bewohnerinnen, die alleine in ihrer Wohnung lebten. Die Etagen waren allesamt über einen Fahrstuhl zu erreichen, was die Sache nicht gerade einfacher gestaltete. Eine der beiden Bewohnerinnen geriet besonders in Verdacht der Detektive. Die andere Person vertrieb Frischhaltedosen aus Kunststoff eines namenhaften Unternehmens und wurde deswegen erst einmal als Verdächtige zurückgestellt. Eine Observation war ebenso wenig möglich, wie die Anbringung von Videokameras. Erstens wäre die unbemerkte Installation zu keiner Zeit möglich gewesen und schied außerdem aus gesetzlichen Gründen aus. Telefonische Anläufe bei den Verdächtigen verliefen zunächst ins Leere. Beide Frauen gingen auf entsprechende „Freieranfragen“ nicht ein, sondern waren darüber sehr entrüstet. Erst als eine Detektivin getarnt als Interessentin für die Frischhaltedosen feststellte, dass eine weitere Telefonnummer existierte, kam Licht in die Angelegenheit. Den Detektiven gelang es, diese zweite Telefonnummer zu identifizieren. Der Rest war Routine:


Zwei Detektive vereinbarten unabhängig voneinander einen Sex-Termin in der Wohnung der Kunststoffdosenverkäuferin, und verhandelten dort mit dieser über deren Dienste, die sie auch unumwunden anbot. Die Hausverwaltung schaltete die Behörde ein und es stellte sich heraus, dass die Frau erstens kein Gewerbe angemeldet hatte für ihre Liebesdienste und zweitens keine unbeschriebenes Blatt in dieser Hinsicht war. Die Bewohnerin bekam die Kündigung und zog zur Erleichterung der Hausbewohner innerhalb kürzester Zeit aus.

Aus der Rechtsprechung: Kündigung bei falscher Reisekostenabrechnung

Eine fristlose Kündigung wegen einer falschen Reisekostenabrechnung war Gegenstand eines Verfahrens, das seinen Weg bis zum Bundesarbeitsgericht in Erfurt geführt hat.  In dem Fall ging es auch um die Frage, ob ein Arbeitgeber das Recht hat, einen Detektiv mit der Kontrolle seiner Mitarbeiter zu beauftragen.


Im verhandelten Fall hatte ein Außendienstmitarbeiter aus Bayern geklagt, dem wegen einer falschen Reisekostenabrechnung eine fristlose Kündigung ausgesprochen wurde. Sein Arbeitgeber hatte ihn im Juni 2001 an drei Tagen durch eine Detektei observieren lassen.


Der Außendienstmitarbeiter argumentierte, dass er gar keine Kosten habe geltend machen wollen, da er auf Grund starker beruflicher Inanspruchnahme nicht in der Lage war,  eine zeitnahe Abrechnung zu erstellen. Diese Reisekostenabrechnung sei ihm dann von seinem Chef, der wohl nach einem Kündigungsgrund gesucht habe, praktisch aufgenötigt worden. Außerdem war er der Meinung, dass der Einsatz einer Detektei  ungerechtfertigt gewesen sei.  Bei der Beobachtung der Detektei war nämlich ans Tageslicht gekommen, dass die vom Außendienstler abgerechneten morgendlichen Abfahrtszeiten von der Wohnanschrift nicht korrekt waren. Sie deckten sich keineswegs mit den Erkenntnissen, die die Detektei während der Observation dokumentiert hatten.


Der Arbeitgeber erklärte, dass Zweifel an der Korrektheit der Abrechnungen Grund für den Einsatz der Detektei waren. Wenn dem Außendienstler die exakten Daten seiner Reisetätigkeit nicht mehr erinnerlich gewesen seien, so hätte er dieses mitteilen müssen.


Die höchsten Arbeitsrichter wiesen im Verfahren darauf hin, dass eine falsche Reisekostenabrechnung eine fristlose Kündigung rechtfertigen kann. Auch sei es bei einem hinreichenden Anfangsverdacht eine Berechtigung gegeben, eine Detektei zu beauftragen. Im verhandelten Fall musste aber keine Entscheidung mehr getroffen werden, da nach dem vorstehenden Hinweis des zweiten Senats des Arbeitsgerichts die Rahmenbedingungen geklärt waren, so dass das Verfahren mit einem Vergleich beendet werden konnte, da der Außendienstler erkannte, dass es keine großen Möglichkeiten mehr gab, sich gegen die Kündigung zu wehren.


Bundesarbeitsgericht Erfurt, Aktenzeichen 2 AZR 242/03


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