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Quelle: WikiPedia

Urteil: Beauftragung von Detektiven sachgerecht

Hat eine Versicherung den Verdacht, dass man sie  hintergehen will, so kann sie ein Detektivbüro zur Aufklärung einschalten. Wird durch die Ermittlungen der Verdacht erhärtet und bestätigt, dann muss der Versicherungsbetrüger der Versicherung die Detektivkosten ersetzen.


Im Mittelpunkt des Falles stand der Betreiber eines Reisebüros. Das Reisebüro hatte die Berechtigung, im Rahmen des üblichen Geschäftsbetriebes Versicherungen zum Reiserücktritt an die Kunden zu vermitteln.  2006  wurde dann die Stornierung einer Reise bei der Versicherung, mit der das Reisebüro in Geschäftsbeziehung stand, gemeldet. Dabei wurden Stornierungskosten in Höhe von 3407 Euro angemeldet. Der Haken: Die Reise war nie gebucht worden.


Aufgrund von Ungereimtheiten in der eingereichten Schadenanzeige wurde bei dem Reisebüro nachgefragt. Dort konnten diese Ungereimtheiten allerdings auch nicht schlüssig erklärt werden. Daher wurde durch die Versicherung ein Detektivbüro eingeschaltet, um der Sache auf den Grund zu gehen.


Die Ermittlungen der Detektei erbrachten erstaunliche Ergebnisse. Einerseits gab es den Reiseveranstalter gar nicht. Bei dem Reiseveranstalter handelte es sich um einen Betrieb, der früher dem Vater der Versicherungsnehmerin zugehörig, allerdings längst abgemeldet war. Eine Reisebuchung in den vorgeblich gebuchten Hotels war gleichfalls nicht vorhanden. Hinzu kam, dass der Gatte der vorgeblichen Reisekundin, der laut Buchung mitreisen sollte,  zur fraglichen Reisezeit gar keinen Urlaub gehabt hätte. Daraufhin wurde durch die Versicherung eine Strafanzeige erstattete, aufgrund derer die Inhaberin des Reisebüros rechtskräftig wegen versuchten Betruges verurteilt wurde.


Die Betrügerin weigerte sich dann aber, die Kosten für die Detektivarbeit zu erstatten. Diese Kosten seien nämlich gar nicht nötig gewesen denn es hätte genügt, die Regulierung des "Schadens" einfach abzulehnen. Darüber hinaus hätte eine Strafanzeige genügt, denn dann wären die Behörden aktiv geworden und hätten kostenfrei für die Versicherung ermittelt. Die betrogene Versicherung habe sich aber angemaßt, selbst Ermittlungsarbeit leisten zu wollen und müsse daher auch die Kosten dafür tragen.


Das Amtsgericht München gab der Versicherung unumwunden Recht: Dass jemand, den man betrügen wolle, sich darum kümmern dürfe, den Betrug abzuwehren, verstehe sich von selbst heißt es im Urteil des Gerichts. Die wirtschaftlichen Interessen des Betrügers muss das Opfer nicht berücksichtigen. Das Betrugsopfer ist berechtigt, alle Aufwendungen vorzunehmen, die es zur Abwehr des Betruges für erforderlich hält. Die Beauftragung einer Detektei sei bei dem Verdacht auf Versicherungsbetrug immer sachgerecht. Die Detektivrechnung ist daher in voller Höhe von der Betrügerin zu erstatten.


Amtsgericht München, Urteil vom 24.3.2009 , Aktenzeichen 155 C 29902/08

Fallstudie: Betrug mit TÜV-Plaketten aufgeklärt

Eine Gesellschaft zur Kontrolle von technischen Sicherheitsaspekten an Motorfahrzeugen befürchtete, dass ein Prüfer die Plaketten in nicht legaler Art  an unbefugte dritte Personen übergab, ohne dass der Prüfer tatsächlich eine Prüfung an den abzunehmenden Fahrzeugen vornahm.


Aus diesem Grund wurde dieser im Tatverdacht stehende Prüfer zum einen einer Überwachung durch Detektive unterzogen um zu ermitteln, welche Fahrzeuge er tatsächlich kontrollierte und zum anderen wurden zurückliegende Prüfvorgänge auf eventuell verdächtige Manipulationen hin überprüft.


Der Vergleich der  Beobachtungsberichte der ermittelnden Privatdetektive mit den Protokollen der Prüfungen ergab dann eine nicht erklärbare Abweichung zwischen Soll- und Ist-Werten. Gleichzeitig ergaben Überprüfungen von Prüfvorgängen, die weiter in der Vergangenheit lagen, dass auch dort Ungereimtheiten vorlagen, die unerklärlich waren. So war ein Fahrzeug zum Zeitpunkt der angeblich vorgenommen technischen Prüfung sicher und beweisbar nicht in der Nähe der Räumlichkeiten der Prüfstelle gewesen, so dass eine Prüfung des Fahrzeuges nicht vorgenommen worden sein konnte. Ein zweites Fahrzeug hatte trotz kürzlich angeblich erfolgter erfolgreicher Prüfung keine fachgerechte Plakette, so dass auch hier unerklärbare Ungereimtheiten vorlagen. Nachdem die Privatermittler auch weitere verdächtige Fälle herausgearbeitet hatten, zog die auftraggebende Organisation sofort die Notbremse und nahm den Prüfer aus dem Dienst. Die aus dem Verhalten des Prüfers resultierenden strafrechtlichen Konsequenzen sind übrigens erheblich. Dabei mussten die Privatermittler als Zeugen vor den Behörden aussagen.


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